Gestern Abend gegen 22.00 Uhr sind wir zurückgekehrt von einer langen Reise durch Mitteleuropa und vor allem nach Polen.
Am letzten Sonntag nach dem Gottesdienst sind wir aufgebrochen nach Ostdeutschland und haben am Abend Dresden, die Hauptstadt von Sachsen erreicht. Am Montag besichtigten wir die wunderschöne deutsche Stadt, das Elbflorenz, das noch in den letzten Kriegsmonaten 1945 total zerstört wurde und wie Phoenix aus der Asche zum großen Teil wiedererstanden ist. Wir bewunderten die Schönheit der gerade wiederaufgebauten Frauenkirche, wir beteten und sangen unseren ersten Morgenimpuls in der barocken Hofkirche, wir spazierten durch den barocken Zwinger und auf der Brühl'schen Terrasse entlang. Am Mittag durchfuhren wir mit einem sehr bewanderten Führer die Sächsische Schweiz und bestiegen den Basteifelsen mit herrlichem Blick auf das Elbtal und die vielen Berge ringsum.
Danach fuhren wir weiter nach Osten der polnischen Grenze entgegen, wir waren alle sehr gespannt darauf, was uns in Polen erwarten würde. Bei Görlitz überfuhren wir die deutsch- polnische Grenze und auf einer sehr hoppeligen Autobahn, die nebenan gerade nagelneu gebaut wird, kamen wir durch Niederschlesien, das einst ganz deutsch war, etwa zweieinhalb Stunden später in Breslau an. Wir gewöhnten uns langsam an die polnische Sprache, die wichtigsten Wörter wie Djekuje - Danke und Djen dobre - Guten Tag! hatten wir unterwegs gelernt, an polnisches Essen, das uns ausgezeichnet schmeckte, z.B. die gute Rote-Rüben- Suppe, an Orte, die halb neu renoviert sind und noch ganz viele graue Gebäude aus kommunistischen Tagen haben. Wir staunten über die vielen jungen Polen, die bei Tag und Nacht auf den Straßen und Plätzen zu finden sind und über vieles mehr. Breslau, das in den letzten Kriegsmonaten von den Deutschen zur Festung erklärt worden und daraufhin schwer zerstört worden war, ist heute die fünftgrößte polnische Stadt und hat wunderschöne Plätze und alte Kirchen. Wir besichtigten den Dom und andere wunderschöne Kirchen auf der Dom- und Sandinsel und waren erstaunt, wieviele Priester und Ordensschwestern es in Polen gibt, man sieht sie überall auf der Straße ganz selbstverständlich mit geistlicher Tracht herumlaufen.
Am Nachmittag des Dienstags fuhren wir dann nach Trebnitz, etwa 20 km außerhalb von Breslau zum Kloster und Grab der Heiligen Hedwig. Pfarrer Professor Kielbasa schenkte uns eine sehr herzliche Begrüßung und bei der Messe, die wir hielten, erzählte er uns, wie wichtig dieser Ort mit anliegendem Kloster stets war, und wie die heilige Hedwig bis heute Land und Leute schützt. Das Grab der Heiligen Hedwig ist sehr beeindruckend, es ist ein Hochgrab inmitten einer sehr reich ausgestatteten Barockkirche, das Grab ist aus Marmor mit der liegenden Statue der Heiligen. Hier beteten wir besonders für unsere Gemeinde.
Am Mittwochfrüh fuhren wir weiter nach Tschenstochau. Hier, im berühmtesten Wallfahrtsort Polens, hatten wir zuerst eine Führung von einem jungen, sehr begeisternden deutschen Mädchen, sie hieß Martha, die uns die Geschichte des Ortes erschloss. Sie erzählte uns, dass dieser Ort nie von fremden Mächten erobert wurde. Maria ist in der oft blutigen langen Leidensgeschichte Polens stets die Patronin, die Beschützerin und Hoffnung der Polen gewesen. Viele Tausend Pilger kommen jeden Tag ins Kloster, um bei der Schwarzen Madonna zu beten. Wir durften um halb zwei Uhr mittags inmitten zahlreicher polnischer Gläubiger, die auf Knien das Gnadenbild unaufhörlich umrundeten, direkt unter dem Gnadenbild die Heilige Messe auf Deutsch feiern, das hat uns alle sehr berührt. Die Madonna trug an diesem Tag aufgrund des Besuchs des polnischen Primas-Bischofs, dem wir sogar die Hand schütteln durften, das diamantene Kleid.
Am Abend dieses gnadenreichen Tages erreichten wir schließlich die alte Haupt- und Königsstadt Krakau, die schönste polnische Stadt, wie wir sofort selbst bezeugen konnten. Der riesige Marktplatz mit wunderschönen Häusern, mit prächtigen Kirchen, darunter dem riesigen Schnitzaltar von Veit Stoß in der Marienkirche und den Tuchhallen, bietet allein schon einen atemberaubenden Anblick. Am Tag darauf führte uns Wanda auf den Wawel, den Schloßberg mit der Kathedrale und den Königsgräbern aus sieben Jahrhunderten und durch die wundervolle Altstadt. Kurz vor zwölf waren wir in der Marienkirche, als der prächtige Schnitzaltar geöffnet wurde, ein absolut beeindruckendes Erlebnis.
Am Donnerstagabend dann fuhren wir um 19.00 Uhr zu unserer Partnergemeinde Sankt Salwator hinaus, etwa 4 km vom Stadtzentrum entfernt, vor den Türen der Kirche empfing uns Pfarrer und Dekan und Apostolischer Pronotar Bryla in roter Soutane mit einem herzlichen Gelobt sei Jesus Christus! Wir feierten gemeinsam die Heilige Messe in der Barockkirche in Polnisch, Deutsch und Latein und am Ende des Gottesdienst übergab uns Pfarrer Bryla einen goldenen Kelch mit Patene und eine schöne Stola als Gastgeschenk. Wir überreichten eine schöne Kerze mit zwei Lebensbäumen und Christus, der aufgehenden Sonne und den Namen unserer Gemeinden. Zwei Frauen dankten uns für die schon geleistete Hilfe besonders in der schweren Zeit des Kriegsrechtes. Und anschließen wurden wir alle zum reichlichen Abendessen in den Gemeinderäumen eingeladen. Einige Gemeindemitglieder, vor allem des Pfarrgemeinderates waren anwesend, wir wurden vorbildlich bedient und alle waren rührend höflich zu uns. Wir haben gegenüber Pfarrer Bryla und den anwesendlichen Jugendlichen die Einladung ausgesprochen, zum Weltjugendtag nächstes Jahr zu uns zu Besuch zu kommen. Es war eine sehr schöne Begegnung mit unserer Partnergemeinde, die wir erleben durften.
Am Freitag fuhren wir weiter durch Oberschlesien, Mähren und Böhmen nach Prag, das wir am Samstagmorgen besichtigten und am Nachmittag verließen, um gegen Abend wieder in der Heimat hier einzutreffen.
Wir bringen mit viele Eindrücke von wunderschönen alten Städten, die zum Teil im Krieg sehr gelitten haben, wie Dresden und Breslau. Wir sind begeistert von Polen, einem Land mit sehr viel Kultur, sehr herzlichen und gastfreundlichen Menschen, wo es scheint, als ob die Zeit, wenigstens was die Kirche betrifft, stehengeblieben sei, also wir haben einen unglaublich lebendigen und tiefen Glauben der Menschen dort erfahren.
Wir sind dankbar und müssen sicher vieles, was wir gesehen und erlebt haben, erst noch verarbeiten und verdauen.
Wir wollen heute im Gottesdienst die Geschenke, die wir erhalten haben, Kelch und Stola, verwenden und Ihnen allen die Grüße unserer Partnergemeinde überbringen.
Wir sind bereichert und erfüllt zurückgekehrt und danken dafür Gott mit Ihnen in diesem Gottesdienst. AMEN.